Geschichten von Inseln und Meer

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Störtebekers Tod

von Inseln und Meer...Posted by jeevan 01 May, 2016 12:34

Die Geschichte von Klaus Störtebekers Tod ist ziemlich brutal und blutig. Wenn Dich so etwas zu sehr aufregt und Du vielleicht danach nicht einschlafen kannst lies sie lieber nicht und steige erst beim nächsten Beitrag wieder ein.

Mehrfach hatte Störtebeker nun Schiffe der Hanse gekapert und deren Waren und Schätze erbeutet. Und immer wieder gelang es ihm, den Kriegsschiffen der Hanse, die ihn jagten, zu entkommen. Doch am 22. April 1401 war es eine ganze Flotte von Friedeschiffen (so hiessen die Kriegsschiffe der Hanse), die ihn vor der Nordseeinsel Helgoland nach einem erbitterten Kampf gefangen nahmen. Ein Verräter auf Störtebekers Schiff soll flüssiges Blei in das Ruder gegossen haben, so dass es manövrierunfähig wurde und nur noch im Kreis herum fahren konnte.

In der Gerichtsverhandlung vor dem Hamburger Rat wurden Störtebeker und alle seine Gefährten zum Tode verurteilt. Um sein Leben zu schonen bot Störtebeker dem Rat eine goldene Kette an, die lang genug sein sollte, um sie um die Stadt Hamburg zu legen. Doch der Rat lehnte ab, und so war Klaus Störtebeker der erste, an dem das Urteil vollstreckt werden sollte.

Der Freibeuterkapitän bat der Legende nach den Hamburger Bürgermeister Kersten Miles um einen letzten Gefallen. Jedem Piraten, an dem er nach seiner Enthauptung noch vorbeilaufen könne, sollte Miles das Leben schenken. Der Bürgermeister stimmte zu und liess Störtebekers 72 Männer in einer Reihe neben dem Richtblock aufstellen. Nachdem der Scharfrichter Störtebeker den Kopf abgeschlagen hatte sprang dessen kopfloser Körper auf und schritt an der Reihe seiner Gefährten vorbei. Als er den elften Mann erreicht hatte warf der Henker dem Piratenkapitän den Richtblock vor die Füsse, so dass er zu Fall kam.

Bürgermeister Kersten Miles brach sein Versprechen und liess alle Männer aus Störtebekers Mannschaft köpfen, auch die elf, an denen der Freibeuterkapitän nach seiner Hinrichtung noch vorbeigelaufen war. Anschliessend, so heisst es, habe der Rat den Henker ausdrücklich dafür gelobt, dass er alle 73 Enthauptungen mit je einem einzigen Hieb seines Beiles sauber vollzogen hatte. Der prahlte darauf hin, dass dies noch gar nichts sei und er problemlos auch noch den an der Richtstätte vollständig versammelten Ratsherren die Köpfe abschlagen könne. Diese verstanden das als Drohung und liessen den Henker gefangen nehmen. Noch an Ort und Stelle wurde er vom jüngsten Ratsherren selbst enthauptet.

So endet die Geschichte vom Piratenkapitän Klaus Störtebeker. Was wurde aber nun aus der goldenen Kette, die er dem Hamburger Rat angeboten hatte und die so lang war, dass sie um die ganze Stadt reichen würde? Das erzählt die nächste Geschichte.



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