Geschichten von Inseln und Meer

Geschichten von Inseln und Meer

Nordperd und Südperd

von Inseln und Meer...Posted by jeevan 23 May, 2016 11:16

Zwei markante Felsvorsprünge, die weit ins Meer hinausragen, prägen die Halbinsel Mönchgut: Nordperd bei Göhren und Südperd bei Thiessow. Und genau dazwischen liegt Lobbe mit dem RexRugia StrandResort.

In manchen dunklen, stürmischen Nächten, in denen Wind und Wellen vom Nordosten her auf die Rügenl zurauschen und kalter Regen über die Insel peitscht, so dass man nicht einmal einen Hund vor die Tür jagen möchte, so sagt man, taucht auf jedem dieser beiden Felsen ein Reiter auf, dessen Pferd sich mit aller Kraft gegen den anbrausenden Sturm stellt. Er halte eine qualmende Fackel in der Hand, deren Flammen beinahe vom Sturm ausgeblasen werden und deren flackerndes Licht es kaum schafft, die Dunkelheit zu durchdringen. Die Reiter blicken aufs Meer hinaus und beobachten aufmerksam und besorgt die heranrauschenden Wellen.

Doch wer sind diese geheimnisvollen Reiter? Zu Allerheiligen im Jahr 1304, so ist es in alten Chroniken zu lesen, tobte eine der schlimmsten Sturmfluten auf Rügen und riss grosse Teile der Insel ins Meer. Die Landverbindung, die es bis dahin zwischen Mönchgut und der kleinen Insel Ruden gab, wurde überspült und verschwand für immer in den Fluten. Wohl seitdem halten die Reiter auf dem Nordperd und dem Südperd bei drohenden Sturmfluten Wache - aber kein Mensch hat sie je gesehen, denn wie gesagt: Bei solchem Wetter jagt man nicht einmal einen Hund vor die Tür.

Doch halt. Ob das wohl überhaupt so stimmt?

Über die Allerheiligensturmflut (Allerheiligen ist der 1. November jeden Jahres) im Jahr 1304 berichtet erst der Stralsunder Chronist Johann Berckmann, der 200 Jahre später lebte. Spätere Chronisten, die sogar von der Zerstörung zweier Dörfer auf der überspülten Landverbindung zwischen Mönchgut und dem Ruden berichten, berufen sich gar auf eine Urkunde von Gottlieb Samuel Pristaff. Der wurde erst im Jahre 1736 geboren, also mehr als 400 Jahre nach der Allerheiligensturmflut von 1304. Seine angeblich historische Urkunde ist mittlerweile als Fälschung entlarvt worden. Unbestritten ist unter Historikern heute die Tatsache, dass es die Allerheiligensturmflut im Jahre 1304 gab. Nicht nachweisbar ist die Landverbindung zum Ruden mit ihren zwei Dörfern und deren Überflutung. Die nächste Geschichte wird das Thema aber noch einmal aufnehmen, denn es gibt da einen rätselhaften Graben - und noch einen Reiter.

Doch zurück zu den Reitern, die in stürmischen Nächten auf Norperd und Südperd Wache halten. Der Begriff "Perd" für die Felsvorsprünge muss gar nichts mit dem norddeutschen Wort für Pferd zu tun habem, im Slawischen steht er schlicht und einfach für "Vorsprung". Und wie Du weisst waren die slawischen Ranen mit den beiden Fürsten Jaromar I. und Jaromar II. ja lange Herrscher auf Rügen.

Aber gut: Wenn Du zu Gast im RexRugia StradResort bist kannst Du ja Nordperd und Südperd besuchen. Die Reiter wirst Du vermutlich nicht sehen, aber vielleicht findest Du ja zumindest Hufspuren.



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