Geschichten von Inseln und Meer

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Fürst Jaromar II.

von Inseln und Meer...Posted by jeevan 02 Apr, 2016 14:35

Wenn Fürst Jaromar I. Fürst Jaromar I, war, wirst Du vielleicht fragen, gab es denn dann auch einen Fürst Jaromar II.? Ja, den gab es tatsächlich. Er war der Enkel von Jaromar I. und regierte Rügen - allerdings nur elf Jahre lang, von 1249 bis 1260. Dann wurde er von einer unbekannten Frau auf der dänischen Insel Seeland mit einem Dolch erstochen. Wer die Frau war und warum sie dies tat wurde nie herausgefunden. Vermutet wird lediglich, dass sie Rache nahm, denn Jaromar II. hatte in den Jahren zuvor dänische Städte und Inseln überfallen, geplündert und niedergebrannt - unter anderen auch die aufstrebende Stadt Kopenhagen. Seine Truppen sollen dabei selbst für mittelalterliche Verhältnisse äußerst brutal und rücksichtslos vorgegangen sein.

Was war passiert? Als Vasall der dänischen Krone war Jaromar II. doch eigentlich den Dänen verpflichtet? Richtig. Doch in Dänemark hatten sich inzwischen der König und die Bischöfe gegeneinander gestellt und bekämpften sich gegenseitig mit eigenen Truppen. Jaromar II., mittlerweile ein geradezu fanatischer Christ, stellte sich auf die Seite der Bischöfe - vielleicht auch in der Hoffnung, die Lehensherrschaft zu Dänemark so überwinden und doch noch König von Rügen werden zu können. Nach den Verwüstungen Kopenhagens und der dänischen Inseln Bornholm, Lolland und Moen starb er in Seeland schließlich selbst einen gewaltsamen Tod.

Was blieb von ihm? Zum einen die Stadt Damgarten - heute Teil von Ribnitz-Damgarten, die er als Bastion gegen Mecklenburg gründete. Damgarten hat übrigens nichts mit Damen oder Gärten zu tun, es ist abgeleitet von den slawischen Worten "Dam" für Eiche und "Gora" für Berg, bedeutet also Eichenberg.

Zum anderen der Name der Halbinsel Mönchgut (slawisch Reddevitz) auf Rügen, auf der heute das RexRugia StrandResort steht. Denn diese Halbinsel schenkte er im Jahr 1252 dem Kloster Eldena, das sein Großvater Jaromar I. in der Nähe von Greifswald gegründet hatte. Im hölzernen Tor zum Mönchgut, das die Hauptstraße in Baabe überspannt, ist neben einer Bäuerin, einem Fischer und einem Mönch auch ein Fürst mit Schwert zu sehen, bei dem es sich um Jaromar II. handeln soll.

Übrigens: Einen Fürst Jaromar III. gab es nicht mehr.


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